30.06. - 01.07. 2003

Auckland
Hamilton

 

 

Montag, 30. Juni 2003

Vorbereitungen

So, wir haben es endlich geschafft! Alles für die Uni ist erledigt, das letzte Exam wurde am Samstag geschrieben. Nach der vielen Arbeit, in der man des öfteren fast gänzlich versunken wäre, ist der Urlaub nun wirklich wohlverdient.
Am Montag mussten wir noch Mareike & Patrick 'Auf Wiedersehen' sagen, da diese ihre Rückreise nach Deutschland antraten. Nachdem der Air-Shuttelbus die beiden abgeholt hatte, ging es dann richtig los mit den Reisevorbereitungen: Franz erwarb nun auf den letzten Drücker noch ein „High-End“ Wanderschuhpaar, dessen Vorzüge er seit einigen Wandererlebnissen (die noch beschrieben werden sollen) stolz anpreisen kann. Danach wurde das Auto abgeholt: Ein tatsächlich knapp bemessener Toyota Starlet, in den wir beide und unser Gepäck gut reinpassen sollten... aber auch nicht mehr. Da wir in der tiefsten Nebensaison und dazu noch knapp 3 Wochen unterwegs waren, sollte uns der Spass pro Tag nur $19 (all inclusive) plus $4, um den Betrag für den wir im Falle des Falles haftbar wären von $750 auf $100 zu reduzieren. Leider mussten wir das Auto aber noch gegen ein (fast) identisches, ein wenig älteres Modell austauschen, als wir am Supermarkt merkten, dass die Türen schlecht bis gar nicht auf- und abzuschließen waren. Doch aus Ehrfahrung wird man ja klug: Das nächste Mal werden nicht nur eventuelle Makel an der Karosserie des Autos überprüft, nein, auch ob der Schlüssel seine Arbeit tut und unser Gepäck sicher in seinem Inneren verschließt.

 


Dienstag, 1.Juli 2003

Hamilton

Bericht begleitend zur Galerie

Heute früh ging es dann los. Alles wurde mehr schlecht als recht in unserem kleinen Gefährt verstaut und noch ziemlich gerädert von der kurzen Nacht fuhren wir alsbald den State Highway 1 (SH1) in Richtung Süden nach Hamilton hinunter. „Wir sind spät ins Bett, früh aufgestanden & haben wenig geschlafen“. Hatten also 3 gute Gründe ein wenig fertig zu sein.
Mt Taipiri, der eine heilige Stätte der Maoristämme der Waikatoregion ist, an dessen Fuß einige ihrer Könige begraben liegen und der eine tolle Sicht auf das Waikato Becken bieten soll, lud uns nicht besonders zum Erklettern ein. Dafür hätte man auch mindesten den Pfad zum Gipfel finden müssen...
So war unsere erste richtige Station Ngaruawahia, ein Städtchen, das das Marae (Versammlungshaus) der Maori-Queen zu bieten hat. Nach einem kurzen Frühstück mit Bagels und Ei, machten wir uns auf die Suche und standen dann doch irgendwann vor einem recht hohen Zaun mit Maorischnitzereien und konnten keinen Blick auf das angepriesene schöne Marae erhaschen, da es für die Öffentlichkeit geschlossen ist.
So machten wir uns auf nach Hamilton, dessen Innenstadt uns – bis auf das koreanische Essen – wenig überzeugte. Sehenswert aber waren die Hamilton Gardens: Wunderschön angelegt, kann man von einem Japanischen in einen Englischen, in einen Chinesischen, in einen Italienischen und in noch einige mehr spazieren. Der Chinesische hat uns besonders gut gefallen. Traditionell wird er nicht angelegt, um eine Blütenpracht hervorzubringen, sondern soll als Inspiration von Künstlern dienen. Sein Hauptthema ist Ying & Yang, Licht und Schatten, so dass man z.B. durch einen dunklen Bambuswald zu einer in helles Licht getauchten Pagode schreiten kann. Aber gerade in Bezug auf die anderen Gärten des Parks, hatte der Winter eine etwaige Blütenbracht, z.B. im Rosengarten, auf ein Minimum reduziert. Doch generell ist es in Neuseeland trotzdem erstaunlich, das überhaupt noch etwas blüht im Winter – und eigentlich nicht zu knapp. Des weiteren gab es aber noch wunderschöne Aussicht auf den Waikato River – den längsten Fluss Neuseelands.
Doch Hamilton lud uns trotzdem nicht zum bleiben ein. Gegen halb fünf machten wir uns auf nach Westen nach Raglan, das ganz an der Küste liegt. Auf dem Weg dorthin, führte uns eine Straße durch ein Hügelland, das nun endlich erste Einblicke in die wunderschöne Natur Neuseelands gab: Saftige grüne Hügel mit Kühen und Schafen, in der Ferne ein hochragendes Gebirgsmassiv (Erst südlich Mt Pirongia, später westlich Mt Karioi), alles in abendlichen Licht getaucht, mal schattig durch eine Wolke, die sich vor die Sonne geschoben hatte, mal hell erleuchtet. Hin und wieder Regenschauer.
Schon in der Dämmerung kamen wir in Raglan am Backpacker an und wurden sehr überrascht - positiv überrascht. Franz und ich haben hier ein ansprechendes Zimmer, „Double“, mit einem 1,40m Bett bezogen. Auch der Rest ist sehr zufriedenstellend: Die Zimmer sind um einen Lichthof angeordnet, in dem man bei schönem Wetter am Holztisch sitzen kann oder in einer der Hängematten die Seele baumeln lassen kann. Die Küche ist sauber und gut ausgestattet. Im Aufenthaltsraum brennt Feuer im Ofen und u.a. bequeme Sofas machen es ganz gemütlich. Frühstück mit Blick auf die Meeresbucht und Mt Karioi im Hintergrund macht das ganze zu einer tollen Unterkunft.