02. - 03.07. 2003

Raglan

 

 

Mittwoch, 2. Juli 2003

Raglan

Bericht zur Galerie

Mit genügend Infomaterial aus der örtlichen Touri-Info ausgestattet, machten wir uns heute auf die Gegend zu erkunden. Ngarunui Beach war unser erstes Ziel: Ein Strand mit schwarzem, quarzsilbernen Sand, übersäht mit weißen Muscheln. Einige große Wellen, an denen sich Surfer austoben konnten, rollten heran. Relativ hoch sind die Dünen. Beeindrucken ist der Blick die Küstenlinie entlang. Die Regenschauer – gut ausgestattet wie wir sind und waren – machten uns nichts aus. Doch der Wind erleichterte uns den Rückweg nicht sonderlich. Trotzdem möchten wir diese kleine Strandwanderung auf keinen Fall missen: Wunderbar!
Nach einer kleinen Brotzeit im geschützten Auto ging es dann weiter zur Manu Bay – berühmt bei Surfern für ihr „Left-Hand-Break“ ... und von diesen tummelten sich auch einige im Wasser und zeigten ab und zu was sie so konnten (zumindest dann wenn sie Lust hatten die knapp 100m gegen die Wellen wieder rauszupaddeln). Wir kletterten ein wenig auf den Felsen umher und ließen uns von den Wellenbrechern beeindrucken.
Dann ging es weiter auf einer „unsealed Road“ (Schotterstraße) zum TeToto Gorge-Reserve entlang an einer bizarren Küstenlandschaft, in der einige Bäume fast waagrecht zum Boden gewachsen waren auf Grund des starken Windes. Am Parkplatz, der Startpunkt für den Weg zum Mt Karioi einerseits und in die Schlucht zur Küste – durch die TeToto Gorge – anderseits, sein sollte, folgten wir einem Trampelpfad der uns hinunter bringen sollte. An steilen Abgründen entlang, dem Wind, der uns in die gefährliche Richtung trieb, trotzend, machten wir einige Meter gut. Belohnt wurden wir mit fantastischen Bildern, der wilden Küsten, der Klippen und des Meeres, des Berges ... bis wir feststellten, dass das nicht der Track war, den wir in die Schlucht folgen wollten – nämlich angekommen an einem jähen Abgrund.
Am Parkplatz zurück – ein wenig ausgepowert vom Anstieg - kamen wir überein, nun nicht den richtigen Weg an die Küste einzuschlagen, da man nicht sicher sein konnte, ob wir das im Tageslicht noch schaffen konnten.
So machten wir uns auf den Rückweg und bummelten noch ein wenig am Strand in Raglan umher, der sich nun um 17.30 Uhr in 'Ebbe-Gestalt' zeigte: ca. 2m niedrigerer Wasserstand.
Zum Abendessen gab’s Nudeln & Soße und dazu ein paar kurze Gespräche mit kleinen & größeren Weltenbummlern: Australier, Amerikaner, einer Deutschen, die nach 8/9 Monaten NZ schon so eine Umgangssprache drauf hatte, dass wir sie nicht als solche erkannten! Nach einer Runde „Harry Potter“ im Kaminzimmer ging’s dann ins Bett!

Donnerstag, 3.Juli 2003

Mt Karioi

Bericht zur Galerie

Da das Wetter heute nicht als schlecht gelten konnte – wenn auch bewölkt – und da es mich reizte Mt Karioi zu erwandern und mir ohne diese Wanderung der Besuch in Raglan noch unvollständig vorkam, machten wir uns früh auf zum Te Toto Parkplatz, der uns gestern schon so eine tolle Sicht in die dazugehörige Gorge (Schlucht) beschert hatte. Doch diesmal wählten wir nicht den Track in etwaige Schluchten, sondern wählten den Weg bergaufwärts. Gut ausgerüstet mit neuen Wanderschuhen, Gamaschen und was man sonst noch alles braucht, ging’s los. Das erste Stück führte uns durch ein Kanuka Wäldchen, alsbald auf einer Wiese entlang, stetig aufwärts. Der Weg war steil, binnen weniger Meter, waren nicht nur wir auf einer gewissen Höhe angekommen, sondern auch unser Puls. So ging es Stück für Stück, mit vielen kleinen Pausen den Bergrücken empor. Zum Glück gab es viele schöne Stellen, an denen man die Aussicht genießen konnte, z.B. auf das immer tiefer und ferner erscheinende Auto.
In höheren Lagen ging es wie so oft in Neuseeland wieder durch Bush. Der Track war ok, einigermaßen gut begehbar, aber steil und nicht einfach. Relativ weit oben folgte er einem Grat, in dem der Abhang wirklich sehr nah zum Pfad verlief. Oftmals mit Büschen überwuchert, war man sich wenigsten sicher nur in diese zu fallen wenn man ausrutschte.
Spannend wurde es als wir eine Leiter erreichten, die uns helfen sollte einen größeren Felsen zu überwinden. Als ich unten auf der letzten Stufe ankam, schien der rettende Boden aber noch sehr weit entfernt. Da wusste ich erst mal gar nicht weiter. Dann ging’s mit ein klein wenig Kletterkunst doch weiter.
Nachdem der Track wie zuvor weiterverlief, steuerten wir auf den nächsten steilen Anstieg zu. Nach wenigen hundert Metern kamen wir an eine Stelle, die wirklich mehr Klettergeschick als Wanderausdauer erforderte. Die DOC-Lösung hierfür waren Ketten, die einem dabei helfen sollten hochzukommen. Das Hauptproblem dabei: Alles war feucht und nass, wenn auch an vielen steinigen Abschnitten noch nicht glitschig. Doch die Kette kam mir nicht wie eine große Hilfe vor: nass und schlecht dran festzuhalten. Franz hatte keine Probleme, doch mich verliesen auf halben Weg ein wenig die Nerven. Doch schließlich überwand ich mich und das Stück war doch geschafft.
Bald waren wir an einer Kreuzung angelangt, die einerseits zu einem Aussichtspunkt führte und andererseits weiter zum Gipfel verlief, der kaum noch höher war als die Stelle wo wir nun standen. Wir beschlossen erst geradewegs die Wanderung zum Gipfel aufzunehmen, die noch eine Stunde dauern sollte. Doch als wir durch große Schlamm und Matschabschnitte nicht richtig voran kamen und unsere restliche Zeit nicht so reichlich war, machten wir kehrt und rasteten am Aussichtspunkt, der tolle Sicht auf Raglan und Umgebung hatte.
Wieder auf dem Rückweg, hatte ich das starke Bedürfnis die schwierigeren Stellen so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Mit Franz’ helfenden Händen, Step-by-Step, waren diese aber dann auch bald überwunden. Und ich atmete auf.
Der Abstieg war ebenfalls nicht unanstrengend. Der Weg erschien glitschiger als davor und man musste ziemlich aufpassen nicht auf dem eigenen Hinterteil zu landen. Das ständige Abbremsen des eigenen Körpergewichts, das „Heurunterwandern“ von höheren Stufen ging mächtig auf die Beine.
Als das Auto schon gut in Sichtweite war, machten wir auf einer Wiese noch mal Rast und genossen auf den Ästen eines umgestürzten, knorrigen Baumes, was wir (fast) geschafft hatten. Nun war es nur noch ein kurzes Stück zum Parkplatz. Von oben bis unten eingedreckt, aber froh, kamen wir um 14.45 Uhr wieder dort an. Um 10.15 Uhr waren wir losgelaufen.
Die Zeit, die wir gebraucht hatten, entsprach ziemlich genau den angegebenen Richtlinien.
Nachdem unsere „Schlammboots“ halbwegs wieder sauber waren, der gröbste Dreck abgeklopft war, ging’s zurück nach Raglan.

Nach einer ausgiebigen Saubermachaktion, einer heißen Dusche und gutem Essen, liegen wir nun fertig aber zufrieden in unserem Bett.