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Berichte
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6.Juli 2003
Auf der Jagd nach beeindruckenden
Ansichten des Taranaki – zu Englisch auch Mt Egmont genannt.
Der Sonntag überraschte uns mit strahlend blauen Himmel. Wir spazierten
ein wenig durch New Plymouth und fuhren Gegen Ende des Tages noch ein
wenig durch die Gegend herum. Am Lake Mangamahoe hatten wir einen fantastisches
Blick auf den kegelförmigen
Vulkan, der wie im Bilderbuch beschrieben, in voller Schönheit
vor uns Stand. Ungläubige Zungen behaupteten sogar, dass die Bilder
die hier geschossen wurden, doch eher aus einem ray Tracer stammen mussten:
Zu schön, um wahr zu sein!!!
Zu den Berg gibt es eine kleine Legende, die ich an dieser Stelle erzählen
könnte. Nach der Sage gehörte Taranaki einst zur Gruppe von
Vulkanen im Zentrum der Nordinsel. Er stand also bei Tongariro, Ruapehu,
Ngauruhoe und einigen kleineren Vulkanen südlich von Lake Taupo.
Wie das Schicksal aber so wollte verliebte sich Taranaki in die schöne
Pihanga. Doch Pihanga war die Geliebte des Tongariro. So brach ein heftiger
Streit zwischen den beiden mächtigen Vulkanen aus. Tongariro brach
vor Wut aus - so wie es ja nur Vulkane tun können. Der unterlegene
Taranaki wurde aus dem Kreis der Berge verbannt. Auf dem Weg nach Südwesten
hinterließ er eine tiefe Furche in der Erde. Seine bitteren Tränen
füllten die Schlucht und der Whanganui River war entstanden. Taranaki
kam an seiner jetzigen Stelle zur Rast, wo er bis heute in seiner majestätischen
Isolation ruht – sein Gesicht hinter einer Wolke von Tränen
verbergend.
Tatsächlich sagen die Einwohner der Gegend, dass entweder der Berg
in Wolken ist und es regnet oder wenn er nicht durch Wolken verdeckt
ist, dass es bald Regnen muss! Doch nun genug mit tautologischen Aussagen.
Die Moral ist einfach: Es regnet hier einfach oft!
7.Juli 2003
Der nächste Tag brachten
wir hauptsächlich damit zu ein paar Sachen für unsere geplante
Wanderung am Hang des Taranaki in den Pouakai Ranges zu besorgen. Beim
DOC holten wir noch einige Informationen ein und wurden hierbei von
einer sehr hilfsbereiten Mitarbeiterin betreut, deren britischer Humor
doch gewöhnungsbedürftig war. Nachdem wir wenig über
die tatsächlichen Trackkonditionen erfahren hatten, aber einer
Englischstunde reicher waren, wurden ein paar Vorräte eingekauft.
Später am Nachmittag führen wir die Küstenstraße
„Surfhighway“ bis zum Cape Egmont, dass sich – wie
erwartet – von keiner gemütlichen Seite zeigte, aber einen
malerischen Leuchtturm
bot.
In der Dämmerung konnten wir gerade noch einen Blick auf die Sugar
Loaf Islands werfen – Überbleibsel 2 Millionen alter
vulkanischer Aktivität (älteste in der Region). Wie kleinen
Zuckerhüte ragen die kleinen Inseln vor New Plymouth aus dem Wasser.
Den Abend waren wir damit beschäftigt unsere Rucksäcke zu
packen. Morgen sollte es losgehen.
8.Juli 2003
Ein wunderschöner Sonnenaufgang weckte uns an diesem Morgen. Alsbald
hatten wir unsere 7 Sachen gepackt und machten uns auf in Richtung North
Egmont Visitor Center, von wo aus der Track begann. Am Visitor Center
angekommen wurden wir aber stark ernüchtert: Der Weg sei teilweise
nur mit Eisaxt begehbar! Schweren Herzens bliesen wir also unsere lang
geplante Tour ab (die im Sommer vielleicht nachgeholt wird). Um wenigstens
ein bisschen zu Wandern, gingen wir den Veronica Rundweg mit schönen
Blicken in Richtung Küste, Pouakai
Ranges und Grate und Täler am Rücken des Taranaki. Die
Sicht auf den Gipfel
war durch Wolken versperrt. Wie so oft ging es auch durch Busch mit
eigentümlichen Bäumen und Büschen – mit Moos und
Epiphytien bewachsen, gewachsen in rauer Natur, in urigen
Formen und Gestalten. Und überall war Schnee.
Er schmolz langsam und war nass und matschig. Der Weg war besonders
am Anfang nicht leicht zu begehen. Erstaunlich, dass wir die veranschlagte
Zeit einhielten. Zurück am Parkplatz war der ganze Bereich voll
mit Kiwis und dazugehörigen Kindern, die den Schnee testeten –
u.a., wie es sich für einen Kiwi gehört, in kurzer Hose.
Unsere Reise ging weiter nach Stratford. Nein, nicht im hiesigen Stratford
ist Shakespeare geboren, sondern natürlich auf dem britischen Festland!
Trotzdem ist ein großer Teil der Straßen nach Charakteren
aus seinen Stücken benannt. Die absolute Attraktion hier ist aber
das 'Glockenspiel'
(nicht übersetzt!!!): Alle paar Stunden kann man es in Aktion erleben.
Dann spazieren Romeo und Julia aus dem frisch renovierten Glockenturm
und sagen eifrig ihre Sprüchchen auf... zu Tonbandmusik. Für
eine romantische Seele, die ein bisschen Glöckchengebimmel erwartet
hätte wie auf dem Münchner Marienplatz, ist das wirklich nix!
Aber interessant, was man hier so darunter versteht, war es schon.
Danach ging es noch mal den Taranaki hinauf – doch diesmal an
der Südseite zu den Dawson Falls. Hier zeigte sich uns noch mal
ein atemberaubendes Licht-
und Wolkenspiel. Der hiesige Abschnitt des National Parks wäre
auf jeden Fall noch einmal ein Besuch wert. Doch leider mussten wir
uns schon bald – nach einem kurzen Spaziergang zu den Wasserfällen
– uns aufmachen, um einen Backpacker zu finden, da es schon bald
dunkel wurde. Den fanden wir dann in der Pampas bei Hawera: Farmstay!
Aber wirklich nett. Wir waren zu siebt in der kleinen, feinen und ordentlichen
Unterkunft, haben uns viel mit den anderen unterhalten (Norweger, Ire,
Australierin und Japanerin). Ire Kevin meinte dann am nächsten
Morgen am Tisch, dass das fast ein Familienfrühstück sei.
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